13. – 14. Juni 2013 | Globale Bodenzerstörung und ihre wirtschaftlichen Folgen: Internationaler Workshop der Bonner Perspektiven

© GIZ / Christian Tietz
© GIZ / Christian Tietz

Massive Einbußen bei den Ernteerträgen, gravierender Mangel an sauberem Trinkwasser, Ernährungsengpässe, Hunger und Armut – die Folgen weltweiter Landzerstörung sind alarmierend. In den vergangenen 25 Jahren ist ein Viertel der Landoberfläche der Erde degradiert.

Schätzungsweise 1,5 Milliarden Menschen, insbesondere in Subsahara-Afrika, Zentralasien, aber auch in europäischen Staaten wie Spanien und Griechenland, sind davon betroffen. Wissenschaftler schätzen die Kosten jährlichen Bodenverlustes auf rund 400 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Unternehmen können einen großen Beitrag leisten, Böden nachhaltig zu schützen. Welche Maßnahmen dafür notwendig sind und wie Strategien für nachhaltiges Land- und Bodenmanagement umgesetzt werden können, das diskutieren rund 30 internationale Teilnehmer am 13. und 14. Juni im Rahmen des Expertenforums „Land for Business – Business for Land: The Economics of Land Degradation“ in Bonn. Die Veranstaltung ist Teil der Bonner Perspektiven und wird zusammen mit der weltweiten Initiative „The Economics of Land Degradation“ (ELD) umgesetzt.

„Land for Business – Business for Land“

Obwohl mit der Debatte um den Klimawandel das Bewusstsein über die fortschreitende Zerstörung von Land ebenfalls gestiegen ist, wurde bisher nur sehr wenig dagegen unternommen. Dies hängt nach Überzeugung der ELD-Initiatoren vor allem damit zusammen, dass die direkten und indirekten Kosten für Menschen und Wirtschaft bislang viel zu wenig erforscht und dokumentiert sind. Hinzu kommt, dass in der Vergangenheit häufig von unzulänglichen Hypothesen ausgegangen wurde. So wurde Bodenerosion vor allem mit trockenen Regionen in Verbindung gebracht.

Eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2008 jedoch belegt, dass bereits zwischen 1981 und 2003 rund 78 Prozent degradierten Bodens mit erheblichem Vegetationsverlust in Gegenden mit einem humiden Klima lagen.

Vor diesem Hintergrund ist es Ziel des Expertenforums diese Woche, einen Austauschprozess mit Vertretern des Privatsektors über die Wichtigkeit von Land und Boden als Grundlage für wirtschaftliche Produktionsprozesse und von nachhaltigen Managementpraktiken zu etablieren. Die Teilnehmer werden über den fortschreitenden Verlust dieser nichterneuerbaren Ressource informiert, um die Bedeutung der Leistungen der landbasierten Ökosysteme in ihren Einflussbereichen zu erhöhen. Die Erkenntnisse des Expertenforums werden in den derzeit erarbeiteten „ELD-Business Report“ eingebunden.

Bessere Daten für eine wirksamere Politik Die ELD-Initiative, an der zahlreiche Regierungen, internationale Organisationen und Wissenschaftler beteiligt sind, gibt es bereits seit 2010. Oberstes Ziel ist es, den ökonomischen Wert von Land und landbasierten Ökosystemen sowie der wirtschaftlichen Schäden, die aus ihrer Zerstörung entstehen, zu ermitteln und diese Ergebnisse in Entscheidungsprozessen zu integrieren. Die ELD-Initiative setzt sich dafür ein, die Erhebungsmethoden deutlich zu verbessern. Weiterhin sollen gesammelte Daten und Indikatoren stärker vernetzt gesehen und bewertet werden. Die Entwicklung von Verfahren, um derartige Zusammenhänge und wechselseitige Einflüsse besser zu erkennen und damit mehr als bisher in der Lage zu sein, präventiv zu handeln, steht auch für die Privatwirtschaft beim internationalen ELD-Expertenforum in dieser Woche in Bonn im Vordergrund.

Bonn als Ort des internationalen politischen Dialogs „Land for Business – Business for Land: The Economics of Land Degradation“ ist bereits die fünfte internationale Veranstaltung im Rahmen der Bonner Perspektiven bei der vernetztes Denken und die Herausforderung, globale Probleme im Gesamtzusammenhang zu sehen, im Fokus steht.

Bedeutende Impulse hat insbesondere die mehr als 500 Teilnehmer starke internationale Konferenz „The Water Energy and Food Security Nexus – Solutions for the Green Economy“ im November 2011 geliefert, deren Ziel es war, übergreifende Lösungsansätze zu Wasser-, Ernährungs- und Energiesicherheit zu erarbeiten. Die Ergebnisse der Konferenz flossen in den Rio+20-Prozess ein.

Die Veranstaltungsreihe setzt damit fort, was für Bonn schon seit langem kennzeichnend ist: am Rhein einen Ort des politischen Dialogs und der Lösungssuche für die globalen Probleme unserer Zeit zu schaffen und damit die internationale Nachhaltigkeitsdebatte zu bereichern.

Weitere Informationen unter www.bonn-perspectives.de und www.eld-initiative.org.