30.04.2013 | Deutsche UNESCO-Kommission e.V.: Das Wunder der Wüste

Veranstaltung zum Weltnaturerbe Ounianga-Seen im Tschad

Es ist eine einzigartige Oase inmitten der Sahara: Seit Juli 2012 gehören die Ounianga-Seen im Tschad wegen ihrer außergewöhnlichen Schönheit zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die Seen bilden ein weltweit einzigartiges hydrologisches System inmitten einer der größten Wüsten der Erde. Sie sind außerdem die wertvollste Klimadatenbank Afrikas. Die Ablagerungen auf dem Grund der Seen ermöglichen präzise Rückschlüsse auf die Umwelt- und Lebensbedingungen der letzten Jahrtausende.

Am 30. April informiert die Deutsche UNESCO-Kommission in Kooperation mit dem Bundesamt für Naturschutz und dem Museum Alexander Koenig in Bonn über dieses außergewöhnliche Weltnaturerbe. Die öffentliche Veranstaltung im Museum Koenig beginnt um 19 Uhr. Eröffnet wird sie von Professor Dr. Wolfgang Wägele, Direktor des Museums Koenig. Grußworte halten Dieter Offenhäußer, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, und Professorin Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz.

Ein Kurzfilm führt in die Seenlandschaft von Ounianga ein. In einem Fachvortrag informiert anschließend der Geologe Dr. Stefan Kröpelin vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln über das Naturphänomen. Der Wüstenforscher hatte sich maßgeblich für den Eintrag in die UNESCO-Welterbeliste eingesetzt. Als Vertreter der Welterbestätte wird Dr. Baba Mallaye, Direktor des Centre National d’Appui à la Recherche (CNAR), aus dem Tschad anwesend sein.

Die Seen von Ounianga wurden von der UNESCO wegen ihrer außergewöhnlichen Naturschönheit als Welterbe anerkannt. Die Seenlandschaft in der Sahara ist ein von besonderen Wüstenformen zerfurchtes Becken. Die Form und Verteilung der Seen in Verbindung mit dem Einfluss von Wind und der in den Seen flottierenden Vegetation erweckt den Eindruck von Wasserwellen in der Wüste. In den 18 Seen von Ounianga leben Fische und andere Wassertiere, eine üppige Vegetation prägt die Ufer.

Die Seenlandschaft ist ein Relikt aus der letzten Feuchtzeit der Sahara, die von etwa 10.000 bis 1.500 vor Christus dauerte. Obwohl in dem heißen Klima mächtige Wassermengen unablässig aus den Seen verdunsten, gleicht ein riesiger Wasserspeicher im Untergrund die Verdunstung kontinuierlich aus. Diese wohl „unerforschteste Region der Erde“ ist nach Angaben des Geologen Stefan Kröpelin eine der „letzten Wissenschaftsfronten, die man als Geograf oder als Geologe auf der Erdoberfläche noch haben kann“.

Veranstaltung zum Weltnaturerbe Ounianga-Seen
Wann: Dienstag, 30. April 2013, Beginn 19.00 Uhr
Wo: Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig,
Adenauerallee 160, 53113 Bonn

Pressekontakt:
Deutsche UNESCO-Kommission
Dieter Offenhäußer
Stellvertretender Generalsekretär
Telefon: 0228-60497-11
E-Mail 

Bundesamt für Naturschutz
Franz August Emde
Referatsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Konstantinstr. 110, 53179 Bonn
Telefon: 0228-8491-4444, Fax: -1039
Email

Pressemitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission e.V.