BICC: Global Militarization Index (GMI) 2012

Der Globale Militarisierungsindex (GMI) bildet das relative Gewicht und die Bedeutung des Militärapparats eines Staates im Verhältnis zur Gesellschaft als Ganzes ab. Der GMI erfasst dazu mehrere Indikatoren, um den Grad der Militarisierung eines Landes darzustellen:

  • Militärausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) und den staatlichen Gesundheitsausgaben (Anteil am BIP);
  • Gesamtzahl von (para)militärischem Personal und Reservisten im Verhältnis zur Zahl der Ärzte und zur Gesamtbevölkerung;
  • Anzahl der schweren Waffensysteme im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung.*

Der GMI stützt sich u.a. auf Zahlen des Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI, des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des International Institutes for Strategic studies (IISS) und des BICC. Das Gesamtranking zeigt die Militarisierung von 153 Staaten seit 1990. Er wird jährlich durch das BICC aktualisiert.

Das vorliegende Update des GMI 20122 basiert auf Daten des Jahres 2011 (d.h. die aktuellsten vorliegenden Zahlen) und umfasst 135 Staaten3. Der GMI des BICC wird durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Globale Militarisierung: Die Spitzenplätze

Im Jahr 2011 belegen Israel, Singapur, Syrien, Russland, Jordanien, Zypern, Kuwait, Aserbaidschan, Bahrain und Saudi-Arabien die ersten zehn Plätze des GMI4. Sechs dieser ersten Zehn liegen im Nahen und Mittleren Osten. Aus Afrika sowie Mittel- und Südamerika gehört kein Land in die Spitzengruppe. Weiterlesen

 

* Eine genauere Beschreibung der Methode findet sich unter: Grebe, Jan. 2011. Der Globale Militarisierungsindex (GMI) – Der Nutzen des GMI zur Bewertung der Entwicklungsorientierung von Staaten und regionaler Militarisierung. Occasional Paper, Februar 2011, BICC: Bonn.