Oxfam: Bonner UN-Klimarunde sucht Fahrplan für neues Klimaschutzabkommen

    Zur gestern (14.05.2012) in Bonn begonnenden Konferenz zum globalen Klimaschutz, fordert Oxfam die Bundesregierung auf, keine Zeit mehr zu verlieren und die Industriestaaten zu einer finanziellen Zusage für den immer noch finanziell schwach ausgestatteten Green Climate Fund und damit zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels zu bewegen.

    Tagesordnung der Konferenz in Bonn
    Auf der Tagesordnung stehen Fahrplan und Themen für die bis 2015 angesetzten Verhandlungen über ein umfassendes Abkommen gegen den Klimawandel. Diese Verhandlungen wurden Ende 2011 auf der UN-Klimakonferenz in Durban gestartet. Außerdem soll in Bonn konkret diskutiert werden, wie bei den unzureichenden Klimaschutzzusagen der Industrie- und Schwellenländern nachgebessert werden kann, um einen Temperaturanstieg von über 2°C zu verhindern. Über die finanzielle Unterstützung der armen Länder bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels wird zwar nur in informellen Runden verhandelt, allerdings dürfte für Unmut sorgen, dass die Industrieländer sich weiterhin nicht dazu äußern, wie sie ihre Zusagen bis 2020 erfüllen wollen.

    Bundesregierung soll Treibhausgasreduktionen bis 2020 auf 30 Prozent durchsetzen
    „Ob wir hier in Bonn beim Klimaschutz weiterkommen, ist fraglich. Weiterhin gilt vielerorts die fatale Devise: Um den Klimaschutz sollen sich die anderen kümmern. Auch die Bundesregierung vertrödelt wertvolle Zeit, anstatt jetzt die Anhebung des EU-Klimaschutzziels auf 30 Prozent Treibhausgasreduktionen bis 2020 durchzusetzen. Die erst auf der UN-Klimakonferenz in Durban geschmiedete Allianz zwischen der Europäischen Union, den vom Klimawandel besonders betroffenen kleinen Inselstaaten und den ärmsten Ländern könnte schnell wieder zerfallen“, sagt Jan Kowalzig, Klima-Experte bei Oxfam Deutschland.

    Die finanzielle Unterstützung der armen Länder bei der Bewältigung des Klimawandels wird in Bonn nicht direkt verhandelt; informell aber wird es darum gehen, wie die Industrieländer ab 2013 ihre Unterstützung in Sachen Klimaschutz an die armen Länder schrittweise erhöhen werden. „Wenn es hier nicht vorangeht, dürfte das für Verstimmung sorgen. Das kann nicht im Interesse der Bunderegierung sein. Schließlich will sie die Stadt Bonn zum Sitz des neuen Green Climate Fund machen und sollte sich daher dafür einsetzen, dass die Industrieländer noch in diesem Jahr die ersten finanziellen Zusagen an den Fonds machen“, sagt Kowalzig.

    Pressemitteilung