CMS: Whales, dolphins and porpoises suffer dramatic declines from by-catch in fishing nets

Unersetzliche Verluste durch Beifang in Fischereinetzen sind die größte
Bedrohung für Zahnwale. Für 86% aller Arten von Zahnwalen bergen Verfangen und Tod in
Kiemennetzen, Langleinen und Schleppnetzen eine große Gefahr. Nahrungsmangel infolge von
Überfischung bedroht zusätzlich 13 Arten.
Dies sind einige der Ergebnisse eines wissenschaftlichen Berichts, den das Übereinkommen zur
Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (UNEP/CMS oder Bonner Konvention) heute auf seiner
Internetseite vorstellt. Ein dazugehöriges Poster zeigt online erstmals die Gefährdung aller Arten von
Zahnwalen gemäß der Roten Liste gefährdeter Arten. Die Enzyklopädie aller 72 Arten von Zahnwalen
enthält die neuesten wisschenschaftlichen Erkenntnisse über Verbreitung, Wanderwege, Verhalten
und Bedrohungen für diese Gruppe von Walen.
UNEP/CMS Exekutivsekretärin Elizabeth Maruma Mrema erklärte: „Im Internationalen Jahr der
biologischen Vielfalt geht die Bonner Konvention weiterhin Gefahren wie Beifang, Kollisionen
zwischen Walen und Schiffen, Lärmverschmutzung und Klimawandel an, um das Überleben dieser
charismatischen Meeressäuger zu sichern.“
Zahnwale kommen sowohl in Meeres- als auch in Süßwasser-Lebensräumen vor, von der Arktis bis
zu den Tropen. Einige Arten leben in großen Fluss-Systemen wie dem Amazonas, Ganges, Indus und
Yangzi. Über 41 aller Zahnwal-Arten ist unser Wissen zu begrenzt, um überhaupt zu erkennen, ob sie
bedroht sind oder nicht. Währenddessen sind 6 Arten der Zahnwale, die auf Anhang I der Bonner
Konvention aufgeführt sind, akut vom Aussterben bedroht.
Viele Populationen von Zahnwalen wurden fast bis zur Ausrottung gejagt. 50 Arten werden weiterhin
ohne Rücksicht auf Verluste bejagt. Verschlucken von Plastikmüll oder die Folgen der Verschmutzung
durch einen ständig wachsenden Cocktail von Chemikalien wurden bei 48 Arten gemeldet. Zerstörung
von Lebensräumen durch Dämme sowie Ableitung von Wasser aus Flüssen und Seen bedrohen 18
Arten. Kollisionen mit Schiffen führt bei 14 Arten zu schweren Verletzungen oder gar zum Tod.
Unterwasserlärm durch seismische Untersuchungen, Bauvorhaben unter Wasser und militärisches
Sonar stellen wachsende Gefahren für die Meeressäuger dar.
Erstellt auf der Grundlage des von der Bonner Konvention 2003 veröffentlichten „Review of Small
Cetaceans“, enthält dieser neue Bericht auch den Pottwal als die einzige große Zahnwal-Art sowie
den australische Stupsfinnendelfin und den Guyana-Delfin als neue Arten. Seitdem hat sich der
Erhaltungszustand der Zahnwale dramatisch verschlechtert. Der im Yangzi beheimatete Chinesische
Flussdelfin, ist wahrscheinlich bereits ausgestorben, da seit 2002 keine lebendenTiere mehr gesichtet
wurden. Mit einem Bestand von nur 150 Tieren ist der Vaquita, ein Tümmler im nördlichen Golf von
Kalifornien, von dem gleichen Schicksal bedroht. Verstrickung in Fangvorrichtungen forderte extrem
viele Todesopfer bei beiden Arten.
Hannes Jaenicke, Vorsitzender des Freundeskreises der Bonner Konvention erklärte: „Die Bonner
Konvention und ihre spezialisierten Regionalabkommen gewährleisten grenzübergreifenden Schutz
für Wale und Delfine auf ihren langen Wanderungen durch die Weltmeere. Da wir von
diesem Ziel noch weit entfernt sind, bedarf es nicht nur viel konsequenterer Anstrengungen seitens
der Regierungen und der Fischereiindustrie. Es erfordert auch von jedem einzelnen Verbraucher
eine verantwortungsvollere Haltung als bisher, insbesondere beim Fischkonsum. Es sind die gängigen
Fangmethoden und das weitgehend unkontrollierte Überfischen der Weltmeere, die unsere Wale,
Delfine und Speisefische an den Rand der Ausrottung bringen.“

Bericht

Der vollständige Bericht über die Arten von Zahnwalen kann auf www.cms.int heruntergeladen
werden. Die Veröffentlichung ist eine gemeinsame Initiative von CMS, ACCOBAMS, ASCOBANS,
IUCN, WWF und Loro Parque Foundation. Das Übereinkommen über die Erhaltung wandernder wild
lebender Tierarten, auch bekannt als Bonner Konvention, arbeitet weltweit für die Erhaltung eines
breiten Spektrums an gefährdeten wandernden Tierarten wie Walen und Delfinen. Das Sekretariat
entwickelt und fördert Abkommen, organisiert Konferenzen, unterstützt und betreut Forschungs- und
Schutzprojekte und arbeitet dabei mit Regierungen und anderen Organisationen zusammen. CMS hat
derzeit 113 Mitgliedsstaaten.
Im Rahmen des Übereinkommens wurden die folgenden Regionalabkommen zum Schutz von Walen
und Delfinen geschlossen: Abkommen zur Erhaltung von Walen und Delfinen im Schwarzen Meer,
Mittelmeer und angrenzenden Atlantik (ACCOBAMS), Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale in der
Nord- und Ostsee, des Nordostatlantiks und der Irischen See (ASCOBANS), Abkommen zur
Erhaltung von Walen und Delfinen und ihrer Lebensräume in der pazifischen Inselregion und das
Abkommen über die Erhaltung der Manatis und Kleinwale im westlichen Afrika und Makaronesien.
CMS Anhang I führt wandernde Tierarten auf, die vom Aussterben bedroht sind. Die Mitgliedsstaaten
der Konvention verpflichten sich, ihre vorsätzliche Bejagung zu verbieten und umfassende
Schutzmassnahmen zu ergreifen.

Kontakt:
Veronika Lenarz, Pressestelle, UNEP/CMS Sekretariat, Tel.: +49 228 815 2409,
E-mail: vlenarz@cms.int, www.cms.int