SÜDWIND e.V. – Studie: Von den dunklen Seiten der Schokolade

am 23. September wurde in Aachen die Studie „Die dunklen Seiten der Schokolade“ über den Weltmarkt für Kakao vorgestellt. Die von SÜDWIND im Auftrag des Bistums Aachen und der Evangelischen Kirchenkreise Aachen und Jülich erstellte Publikation hat ergeben, dass es bei der Produktion von Kakao erhebliche soziale Missstände gibt. Die Anbauer leiden unter extrem schwankenden Preisen, die in den vergangenen 20 Jahren meist sehr niedrig waren. Dies wiederum führt zu sehr geringen Einkommen.

Die Studie ist das Startsignal für die „Schokoladenaktion Aachen“. Unterstützt von Hilfswerken und weiteren kirchlichen Organisationen und Netzwerken wollen die drei Träger der Aktion bis Ostern nächsten Jahres Bewusstseins-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit für zu sozial und ökologisch fairen Bedingungen hergestellte und gehandelte Schokolade machen.

Dass akuter Handlungsbedarf besteht, zeigen die Rechercheergebnisse. Die sozialen und ökologischen Probleme bei der Produktion von Kakao haben in der Vergangenheit wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Im Mittelpunkt standen dabei Berichte über Kinderarbeit in den westafrikanischen Produktionsländern, von wo 70 Prozent des Kakaos kommt. Doch dies ist nur ein Symptom der bestehenden Probleme: Stark schwankende und meist sehr niedrige Preise üben Druck auf die Kakaoanbauer aus, der zu Kinderarbeit führt. Die Situation in den untersuchten Lieferländern Ghana, Elfenbeinküste, Indonesien und Ecuador belegt dies.

Helfen wird den Bauern auf Dauer nur, wenn sie höhere, langfristig stabile Preise für ihre Ware erhalten. Einige Kakaoverarbeiter und Schokoladenhersteller wollen fairere Handelswege aufbauen. Andere Teile der Branche sehen in der Steigerung der Erntemengen den Ausgangspunkt für eine Verbesserung der Situation der Bauern. Durch gesteigerte Erntemengen droht jedoch ein Preisverfall, der die Situation der Bauern noch verschärfen würde.

Neben den Unternehmen ist der Gesetzgeber mit verantwortlich: Unternehmen müssen dazu verpflichtet werden, in ihrer Lieferantenkette die Einhaltung internationaler Gesetze und Standards durchzusetzen.

Zudem müsste der gesetzliche Rahmen des Verbraucherinformationsgesetzes verbessert werden, damit Verbraucherinnen und Verbraucher Auskunft über die Herkunft der von ihnen erworbenen Waren verlangen können. Dies würde deutsche Unternehmen verpflichten, Transparenz in der Lieferkette zu schaffen.

Unter www.schokoladenaktion-aachen.de steht die vollständige Studie sowie eine Kurzfassung zum Herunterladen zur Verfügung. Zudem finden sich auf der Webseite weiterführende Infos, Angebote und Materialien.

Kontakt: SÜDWIND e.V.

Herr Huetz-Adams

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