01.09.2009 | Deutschland, Europa und die Welt: Die Bonner Bundestags-Direktkandidaten stellen sich der Diskussion

Deutschland, Europa und die Welt: Die Bonner Bundestags-Direktkandidaten stellen sich der Diskussion

Dienstag, 1. September 2009, 16:00-18:00

Die Bundestagswahl 2009 wird ganz unter dem Eindruck der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise stehen. Nach zwei nationalen Konjunkturpaketen und zwei internationalen Weltfinanzgipfeln muss jedem klar sein, dass es ein „Weiter so“ nicht geben darf. Die nächsten zwei Monate und die nächste Legislaturperiode entscheiden darüber, ob Deutschland gestärkt aus der Krise hervorgehen und seiner internationalen Verantwortung – vor allem gegenüber den Entwicklungs- und Schwellenländern gerecht werden wird.

Das Technologieland Deutschland muss seinen Wettbewerbern immer einen Innovationsschritt voraus sein. Bei den Umwelttechnologien und vor allem bei den effizienten und erneuerbaren Energien ist dies (noch) der Fall. Zwar arbeiten in Deutschland inzwischen 1,8 Mio. Menschen in „green jobs“ – 250.000 davon im Bereich der erneuerbaren Energien – doch bei einem Vergleich der internationalen Konjunkturpakete wird deutlich, dass andere Länder die Chancen für eine kohlenstoffarme Wirtschaft besser nutzen als Deutschland. So hat zum Beispiel Südkorea über 80 Prozent seines Konjunkturpaketes für Investitionen in grüne Technologien reserviert und plant, 950.000 „green jobs“ zu schaffen.

Aufgrund der Finanzkrise steht die Globalisierung an einem kritischen Punkt. Sie kann scheitern und in einer fragmentierten, durch Protektionismus gekennzeichneten Weltwirtschaft münden. Mit der Begründung, zunächst müsste die Finanz- und Wirtschaftskrise überwunden werden, besteht die Gefahr, dass die Maßnahmen zum Schutz des Klimas und zur Bekämpfung der Armut und des Hungers nachlassen könnten. Weitere Anstrengungen sind notwendig, um die vielen Millionen Menschen in Entwicklungsländern zu unterstützen, die derzeit Opfer einer globalen Krise werden, die sie nicht mitverschuldet haben.

Welche Rolle kann Deutschland, kann Europa bei der Stabilisierung der Weltwirtschaft spielen? Wie kann Deutschland gemeinsam mit seinen europäischen Nachbarn die derzeitigen Herausforderungen – das „Zeitalter der Krisen“ – meistern? Welche systemischen Reformen der „Global Governance“ sind notwendig, um solche globalen Krisen in Zukunft zu vermeiden? Durch die Weltfinanzgipfel sind die G20 internationale Realität. Doch reicht deren regionale, kulturelle, politische und ökonomische Diversität aus, um eine zukünftige Global Governance-Struktur widerzuspiegeln?

Diese und wetiere Fragestellungen werden in der Bundestagskandidaten-Runde im Rahmen der Bonner Impulse diskutiert. Die Veranstalter, das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) und der Europäische Verband der Entwicklungsforschungs- und Ausbildungsinstitutionen (EADI), bieten dadurch der Bonner Öffentlichkeit und den Medien die Gelegenheit, die Positionen der Bonner Direktkandidaten und ihrer Parteien kennenzulernen und zu bewerten.

Begrüßung:

Dr. Thomas Lawo
Europäischer Verband der Entwicklungsforschungs- und Ausbildungsinstitutionen (EADI)

Moderation:

Prof. Dr. Dirk Messner
Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)

Es diskutieren:

Dr. Stephan Eisel, MdB
CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Ulrich Kelber, MdB
SPD-Bundestagsfraktion

Katja Dörner
Bündnis 90/Die Grünen

Paul Schäfer, MdB
DIE LINKE.-Bundestagsfraktion

Termin: Dienstag, 1. September 2009, 16:00-18:00
Ort: Haus der Geschichte – Saal, Willy-Brandt-Allee 14, 53113 Bonn

Anmeldung zu der Veranstaltung
Ausführliches Programm