BMFB: Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane

(26 Jan 2016) | By | Category: Climate, Development policy, Education, Environment, Exploring sustainability, Water

Meere und Ozeane – das ist das Thema des Wissenschaftsjahres 2016/17. Unsere Weltmeere sind ein wertvoller und zugleich bedrohter Lebensraum. Der Schutz der Meere ist deshalb ein wichtiges Anliegen des neuen Wissenschaftsjahres.

Sie sind Sehnsuchtsorte, Handelswege, Nahrungsquelle und Arbeitgeber: die Meere und Ozeane. Sie sind der größte Lebensraum des Planeten und bedecken rund 70 Prozent der Erdoberfläche. Damit bieten sie unzähligen Arten eine Heimat.

Aber auch für den Menschen sind die Meere und Ozeane wichtig: Mehr als die Hälfte der Menschheit lebt in küstennahen Regionen. Aus den Gewässern gewinnen wir einen Teil unserer Nahrung und in der Meerestiefe lagern wertvolle Rohstoffvorkommen.

Weil dieser Lebensraum so wichtig ist, widmet sich das Wissenschaftsjahr 2016*17 den Meeren und Ozeanen. „Entdecken, Nutzen, Schützen“ – das ist der Leitgedanke für den Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern während des Wissenschaftsjahres.

Meer entdecken

Ozeane haben Menschen seit jeher fasziniert. Als Pioniere und Missionare, als Entdecker und Eroberer, als Kaufleute oder Auswanderer haben sie die Weiten der Ozeane entdeckt. Heute liefert die Forschung wichtige Daten, die uns helfen können, den größten aller Lebensräume besser zu verstehen. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 gewähren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Einblick in ihre Arbeit und berichten von ihren Erfahrungen und Erlebnissen.

Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Meeres- und Polarforschung seit Jahrzehnten. Mit den Forschungsschiffen Polarstern, Meteor, Sonne, Maria S. Merian, Poseidon, Alkor, Heincke und Elisabeth Mann Borgese verfügt Deutschland über eine der modernsten Flotten weltweit.

Die deutschen Forschungsschiffe sind auf den Ozeanen und in den Polargebieten als Plattformen für multidisziplinäre Forschungsarbeit und wichtige internationale Wissenschaftskooperationen unterwegs. Denn zum Schutz der Weltmeere muss die internationale Gemeinschaft zusammenarbeiten.

Meer nutzen

Die Meere sind für den Menschen von großem Nutzen. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle. Rund 150 Millionen Tonnen Fisch werden jährlich gefangen, insbesondere in den nährstoffreichen Gebieten vor den Westküsten Afrikas und Südamerikas.

Der Fischfang bietet zwar vielen Menschen einen Arbeitsplatz, hat aber Folgen für die Meere: Einige Gebiete sind stark überfischt – zum Beispiel auch die Ostsee. Hier wird besonders viel Dorsch und Hering gefangen.

Neben dem  Fischfang macht auch der Handel die Ozeane zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Rund 45.000 Frachtschiffe sind auf den Weltmeeren unterwegs und transportieren jährlich fast zehn Milliarden Tonnen Güter – damit nehmen mehr als zwei Drittel des gesamten Frachtaufkommens den Weg über das Meer.

Gleichzeitig sind Meere und Ozeane wahre Klimaschützer. In den letzten 150 Jahren haben sie rund die Hälfte des vom Menschen verursachten Kohlendioxids aufgenommen. Der Klimawandel wäre ohne sie schon viel weiter fortgeschritten.

Meer schutzen

Weil die Meere und Ozeane so wichtig für das menschliche Leben auf der Erde sind, müssen wir sie schützen. Denn  sie haben sich durch den Einfluss des Menschen in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten verändert. Ein Beispiel ist die Versauerung der Meere. Die hohe Aufnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre, senkt den pH-Wert des Wassers. Das schadet vor allem Muscheln und Korallen, ist aber längst nicht das einzige Problem.

Plastik – für uns Menschen ein nützliches und allgegenwärtiges Material. Für die Ozeane ist der Kunststoff aber eine große Belastung. Sie werden immer mehr zu globalen Müllkippen, die jedes Jahr tonnenweise Plastik in sich aufnehmen.

Ob PET-Flaschen, Kanister oder Fischernetze – ein Großteil unseres Plastikmülls sammelt sich auf den Ozeanen zu großen Müllstrudeln. Durch Wellenschlag und UV-Strahlung zerfallen größere Plastikteile langsam in sogenanntes Mikroplastik. Diese Teilchen sind so klein, dass sie von Fischen aufgenommen werden. So gelangt das Mikroplastik dann auch in die Nahrungskette des Menschen.

Welche Auswirkungen Plastikmüll langfristig auf unserer Ökosystem hat, müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erst noch erforschen. Denn nur mit Forschung können wir unsere Ozeane weiter entdecken, umweltschonend nutzen und schützen.

Ein Wissenschaftsjahr im Zeichen der Meere und Ozeane

Meere und Ozeane haben viele Facetten – mit einigen davon werden sich die Veranstaltungen, Ausstellungen und Wettbewerbe im Wissenschaftsjahr 2016*17 beschäftigen. In bundesweiten Projekten werden Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern  die Welt der Meere und Ozeane entdecken und diskutieren, wie jeder von uns beim Schutz der Meere mitwirken kann. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 lädt zu einem offenen Austausch über die Zukunft der Meere ein.

Schwimmende Ausstellung

Das Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“ wird wieder quer durch Deutschland touren. Am 4. Mai legt der umgebaute Frachter im Kieler Hafen ab und wird dann bis September 2016 auf Wasserstraßen im Norden Deutschlands unterwegs sein. Im Jahr 2017 wird die „MS Wissenschaft“ dann Städte in den südlichen Bundesländern besuchen.

35 Städte werden während des gesamten Wissenschaftsjahres angelaufen. Die Ausstellung zeigt, wie und woran Wissenschaftler vieler verschiedener Disziplinen arbeiten, um die Ökosysteme der Ozeane besser zu verstehen und zu erhalten.

Bürger schaffen Wissen

Der Wettbewerb „Citizen Science im Wissenschaftsjahr“ richtet sich an Forschungsprojekte, die wissenschaftlichen Fragen mit Hilfe ehrenamtlicher Forscherinnen und Forscher nachgehen. Wissenschaftler, die an solchen Citizen Science-Projekten im Bereich der Meeres- und Ozeanforschung arbeiten, sind aufgerufen, ihr Projekt auf der Plattform buergerschaffenwissen.de präsentieren. Start des Wettbewerbs wird ebenfalls Sommer 2016 sein.

Im Bahnhof: Wissen statt Warten

Im Frühsommer macht das Warten an deutschen Bahnhöfen wieder Spaß: Die Mitmach-Ausstellung „ScienceStation“ tourt dann bundesweit durch Bahnhofshallen und wird unter anderem in München, Frankfurt, Mainz, Erfurt, Dresden und Köln zu sehen sein. Zwischen Zug und S-Bahn können die Besucherinnen und Besucher dann Einblicke in die Meeres- und Ozeanforschung bekommen. Wie immer steht das eigenständige Experimentieren im Vordergrund. Die ScienceStation ist ein Gemeinschaftsprojekt von Wissenschaft im Dialog, der Deutschen Bahn und der Zeitschrift „Welt der Wunder“. Start der Tour ist am 27. April 2016 in Frankfurt/Main.

Quelle: Newsletter Januar 2016 vom BMBF

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